Musik für zwei Cembali

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So. 25. März 2012, 18:00 Uhr Rittersaal

A1eksandra Magdalena Grychtolik, A1exander Ferdinand Grychtolik

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Aria aus den „Goldberg-Variationen“, BWV 988

14 Canons über die ersten acht Fundamentalnoten
der Aria der „Goldberg-Variationen“,
BWV 1087

Aria aus den „Goldberg-Variationen“

Konzert für zwei Cembali in c-moll, BWV 1060
Allegro – Adagio – Allegro

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Fantasia fis-moll für Cembalo solo, Wq. 67

Johann Jacob Froberger (1616-1667)
Suite Nr. 6 in C (aus: Libro IV, 1656)

Lamento sopra la dolorosa perdita dalle
Real M.sta di Ferdinande IV.
Re de Romani
Gigue – Courante – Sarabande

Aleksandra Magdalena Grychtolik gehörte nach dem Fall des „Eisern Vorhangs zur ersten Cembalistengeneration in Polen, die sich intensiv mit historischer Aufführungspraxis auseinandersetzte. In der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts treffen die europäischen Nationalströmungen aufeinander, und außerdem spürt man eine besondere Transzendenz. Das hat mich schon immer fasziniert, beschreibt Grychtolik ihren Weg zur Musik dieser Epoche.

Mit ihrem damaligen Ensemble „La Grande Langue de la Musique“ entfaltete Aleksandra Grychtolik eine rege Konzerttätigkeit und machte Aufnahmen u. a. für den polnischen Rundfunk, ehe sie ihre Studien bei dem Spezialisten für historische Aufführungspraxis Bernhard Klapprott in Weimar fortsetzte. 

Neben ihrer musikalischen Tätigkeit befasst sich Aleksandra Grychtolik mit europäischer Kulturpolitik und Kulturförderung. So war sie Mitorganisatorin der offiziellen Jubiläumsfeiern zum 20. Jahrestag der polnischen Demokratiebewegung„Solidarność“ in Brüssel und beriet Kulturschaffende wie das „European Union Baroque Orchestra“(EUBO): Die Vielfältigkeit und gegenseitige Inspiration machen die „Europäische Idee“ aus, die man auch in der Musik der großen Barockkomponisten findet.

Zusammen mit Ihrem Partner Alexander Ferdinand Grychtolik entwickelt sie Konzertprogramme für zwei Cembali.

Bachs Musik ist für mich wie eine zweite Muttersprache, formuliert Alexander Ferdinand Grychtolik seinen schöpferischen Zugang zu den Werken des großen Barockkomponisten. Der sich der Improvisationskunst der Bachzeit verschriebene Cembalist begründet seinen kreativen Umgang mit Alter Musik: Denn im Zusammentreffen von Interpretation, Improvisation und Komposition bekommen wir ein ganzheitliches Verständnis von dieser großartigen Musik und ihrer Entstehung.

Die Improvisation hatte einen bedeutenden Anteil an der Entstehung der Klavierliteratur, betont Grychtolik: Die aus jener Zeit überlieferten Werke, die wir heute im Konzertsaal hören, sind nur die sichtbar gebliebene Spitze eines viel größeren „musikalischen Eisberges”. Schließlich wurde damals an Cembalo und Orgel weitaus mehr improvisiert, als in Noten aufgeschrieben. Ein Musiker wurde vor allem an seinem improvisatorischen Können gemessen.

Alexander Grychtolik, 1980 in Berlin geboren, studierte Cembalo bei Bernhard Klapprott an der Musikhochschule in Weimar und schloss parallel dazu ein Architekturstudium an der Weimarer Bauhaus-Universität ab. Sein Cembalostudium setzte er dann am Königlichen Konservatorium in Brüssel bei Frédérick Haas fort. 

Um angehende Organisten auf ihre kirchenmusikalische Tätigkeit an Barockorgeln vorzubereiten, hatte Alexander Grychtolik einen deutschlandweit erstmaligen Lehrauftrag für „Barocke Improvisationspraxis an der Musikhochschule in Weimar inne. Weitere Lehrtätigkeit führte ihn u. a. an die Musikhochschule in Frankfurt am Main.

Goldberg-Stimmungen. Konzert mit zwei Cembali
Bachs „Goldberg-Variationen“ sind zweierlei zugleich: zum einen stimmungsvolle „Nachtmusik“ für den schlaflosen Grafen Hermann Carl von Keyserling, zum anderen Ausdruck kontrapunktischer Gelehrsamkeit des Thomaskantors. Die farbenreichen „Vierzehn Canons“ über die ersten acht Fundamentalnoten der Aria aus den „Goldberg-Variationen“ sind gewissermaßen die „kleine Schwester“ des berühmten Zyklus. Weil sie erst in den 70er Jahren in Paris entdeckt wurden, sind sie im Konzertleben noch nicht so verbreitet, wie ihr berühmtes Schwesterwerk.