
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Aria aus den „Goldberg-Variationen“,
BWV 988
14 Canons über die ersten acht Fundamentalnoten
der Aria der „Goldberg-Variationen“, BWV
1087
Aria aus den „Goldberg-Variationen“
Konzert für
zwei Cembali in c-moll, BWV 1060
Allegro – Adagio – Allegro
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Fantasia fis-moll für Cembalo solo, Wq.
67
Johann Jacob Froberger (1616-1667)
Suite Nr. 6 in C (aus: Libro
IV, 1656)
Lamento sopra la dolorosa perdita dalle
Real
M.sta di Ferdinande IV. Re de Romani
– Gigue – Courante – Sarabande
Aleksandra
Magdalena Grychtolik gehörte
nach dem Fall des „Eisern Vorhangs“ zur
ersten Cembalistengeneration in Polen, die sich intensiv
mit historischer Aufführungspraxis auseinandersetzte. In
der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts treffen die
europäischen Nationalströmungen aufeinander,
und außerdem spürt man eine besondere Transzendenz.
Das hat mich schon immer fasziniert, beschreibt
Grychtolik ihren Weg zur Musik dieser Epoche.
Mit ihrem
damaligen Ensemble „La Grande Langue
de la Musique“ entfaltete Aleksandra
Grychtolik eine rege Konzerttätigkeit und machte
Aufnahmen u. a. für den polnischen Rundfunk, ehe
sie ihre Studien bei dem Spezialisten für historische
Aufführungspraxis Bernhard Klapprott in Weimar
fortsetzte.
Neben ihrer musikalischen Tätigkeit befasst sich
Aleksandra Grychtolik mit europäischer Kulturpolitik
und Kulturförderung. So war sie Mitorganisatorin
der offiziellen Jubiläumsfeiern zum 20. Jahrestag
der polnischen Demokratiebewegung„Solidarność“ in
Brüssel und beriet Kulturschaffende wie das „European
Union Baroque Orchestra“(EUBO): Die Vielfältigkeit
und gegenseitige Inspiration machen die „Europäische
Idee“ aus, die man auch in der Musik der großen
Barockkomponisten findet.
Zusammen mit Ihrem Partner
Alexander Ferdinand Grychtolik entwickelt sie Konzertprogramme
für zwei Cembali.
Bachs Musik ist für
mich wie eine zweite Muttersprache, formuliert Alexander
Ferdinand Grychtolik seinen schöpferischen
Zugang zu den Werken des großen Barockkomponisten.
Der sich der Improvisationskunst der Bachzeit verschriebene
Cembalist begründet seinen kreativen Umgang
mit Alter Musik: Denn im Zusammentreffen von
Interpretation, Improvisation und Komposition bekommen
wir ein ganzheitliches Verständnis von dieser
großartigen Musik und ihrer Entstehung.
Die Improvisation hatte einen bedeutenden Anteil an
der Entstehung der Klavierliteratur, betont Grychtolik: Die
aus jener Zeit überlieferten Werke, die wir heute
im Konzertsaal hören, sind nur die sichtbar gebliebene
Spitze eines viel größeren „musikalischen
Eisberges”. Schließlich wurde damals an
Cembalo und Orgel weitaus mehr improvisiert, als in
Noten aufgeschrieben. Ein Musiker wurde vor allem an
seinem improvisatorischen Können gemessen.
Alexander
Grychtolik, 1980 in Berlin geboren, studierte
Cembalo bei Bernhard Klapprott an der Musikhochschule
in Weimar und schloss parallel dazu ein Architekturstudium
an der Weimarer Bauhaus-Universität ab. Sein Cembalostudium
setzte er dann am Königlichen Konservatorium in
Brüssel bei Frédérick Haas fort.
Um angehende Organisten auf ihre kirchenmusikalische
Tätigkeit an Barockorgeln vorzubereiten, hatte
Alexander Grychtolik einen deutschlandweit erstmaligen
Lehrauftrag für „Barocke Improvisationspraxis” an
der Musikhochschule in Weimar inne. Weitere Lehrtätigkeit
führte ihn u. a. an die Musikhochschule in Frankfurt
am Main.
Goldberg-Stimmungen. Konzert mit
zwei Cembali
Bachs „Goldberg-Variationen“ sind zweierlei
zugleich: zum einen stimmungsvolle „Nachtmusik“ für
den schlaflosen Grafen Hermann Carl von Keyserling, zum anderen Ausdruck kontrapunktischer
Gelehrsamkeit des Thomaskantors. Die farbenreichen „Vierzehn Canons“ über
die ersten acht Fundamentalnoten der Aria aus den „Goldberg-Variationen“ sind
gewissermaßen die „kleine Schwester“ des berühmten Zyklus.
Weil sie erst in den 70er Jahren in Paris entdeckt wurden, sind sie im Konzertleben
noch nicht so verbreitet, wie ihr berühmtes Schwesterwerk.
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