Rundbiefe 1999

Bad Iburg, 21.Januar 1999

 

Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!

Der Anstoß kam von außen: Im Zeitraum von etwa drei Wochen fragten uns vier Personen, ob sie nicht  fördernde Mitglieder des "Vereins Iburger Schloßkonzerte " werden könnten. Da einerseits eine dieser Personen uns mit einem beachtlichen Betrag unter die Arme gegriffen hatte, andererseits wir allen Kammermusikliebhabern den Zugang zur Mitgliedschaft eröffnen wollten,  haben wir -nach einem mündlichen Hinweis beim letzten Konzert- 20 Beitrittserklärungen  bereitgelegt, in der vagen Hoffnung,daß vielleicht zwei oder drei  überzeugte Sympathisanten  sich bei einem Jahresbeitrag von 40DM dem Verein anschließen  und ihn damit unterstützen würden. Daß aber sogar nach einem Kälteschock (die Rittersaalheizung   war zum ersten Mal seit  203 Konzerten ausgefallen!)  und keinem leichten Programm bei Konzertende alle Beitrittserklärungen vergriffen waren, das hat uns nicht nur überrascht, sondern auch gerührt. Eine solche Welle der Sympathie hat uns förmlich weggespühlt!  Solchermaßen angeregt, werden wir nun unverschämt und legen diesem  Einladungsbrief je ein solches  Schriebchen bei, das Sie natürlich ad libitum wegwerfen können. Danke!

Und nun möchte ich Sie zum Liederabend am Mittwoch,d.3.Februar um 20Uhr einladen. Die beiden jungen, vom Deutschen Musikrat ausgewählten Interpreten geben mir Rätsel auf: Der Bariton Timothy Sharp, der Preisträger beim Internationalen Schubertwettbewerb 1997 in Wien war, ist 1971 in Augsburg geboren und hatte  an der Musikhochschule "Hanns Eisler" in Berlin Unterricht bei Norma Sharp, offenbar bei seiner Mutter. Er scheint Deutschland kaum verlassen zu haben und ist seit  1998 als lyrischer Bariton in Hildesheim engagiert; keine Angst  also  vor einem "British accent".

Die Pianistin Verena Peichert hinwiederum ist  in Boulogne-Billancourt geboren . Sie hatte Klavierunterricht in Bonn, studierte in Köln und ist Preisträgerin  beim Internationalen Brahms-Wettbewerb in der Kategorie Kammermusik. Seit 1994 ist sie als Korrepetitorin an der Musikakademie Basel tätig.

Freuen wir uns also auf den Vorfrühlingsbeginn mit Franz Schuberts "Schöner Müllerin"!

Freundliche Grüße!

Bad Iburg, 26. Febr. 1999

 

Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!

Diejenigen, die das "Klenke-Quartett-Weimar" im vergangenen Jahr gehört haben, brauchte ich eigentlich nicht speziell einzuladen; die kommen ohnehin alle wieder. Aber denjenigen, die das Quartett noch nicht gehört haben, sollte man mitteilen, daß man bei den "Klenkes" von technischer Pefektion und hoher musikalischer Ausdrucksfähigkeit auch nicht zu sprechen braucht; das ist wie selbstverständlich vorhanden; wohl aber ist zu sprechen von einer fast geschwisterlich wirkenden , persönlichen Ausstrahlung der vier jungen Damen! Leider ist dem Ensemble und mir ein organisatorischer Fehler unterlaufen: Die Voranzeigen das Programm betreffend stimmen weder in den Übersichten, noch auf dem letzten Abendprogramm. Die Vier werden noch viel schönere und interessantere Quartette am Freitag,dem 5,März um 20Uhr im Rittersaal zu Gehör bringen. Es beginnt mit dem Haydn Quartett op. 77 Nr.2, von dem es im Reclam Kammermusikführer heißt: "...hat man bewundernd Haydns "schönstes Quartett" genannt" Und vom Menuett heißt es "...ein reizendes Thema, das rhythmisch übermütig mit der Metrik Fangball spielt. Seine Motive kobolzen derartig lustig durch die Instrumente, daß man aus dem Staunen über den alten Haydn nicht herauskommt." Das zweite Stück des Abendprogramms sind die "Sechs Bagatellen für Streichquartett" op. 9 von Anton Webern, in denen sich in epigrammatischer Kürze das Streben Weberns und der gesamten "Wiener Schule" nach Unwiederholbarkeit eines musikalischen Gedankens manifestiert, Schönberg schreibt dazu im Vorwort "...einen Roman durch eine einzige Geste, ein Glück durch ein einziges Aufatmen auszudrücken, solche Konzentration findet sich nur, wo Wehleidigkeit in entsprechendem Maße fehlt." Weber legt Wert darauf, daß seine Musik durch unbefangenes Hören als Ganzes "gleich Stimmen der Natur" erlauscht werden soll. Den Ausklang soll das koloristisch inspirierte, einzige Streichquartett von Claude Debussy bilden, von dem es in Reclams Kammermusikführer auch heißt, daß das Werk zu "den beglückendsten Quartettschöpfungen gehört..." Lauter Beglückungen an einem Abend? Wer soll das aushalten? Kommen Sie trotzdem! Sie werden über den Abend noch lange und über Weberns "Sechs Bagatellen" am längsten diskutieren . Wetten, daß? Freundliche Grüße !

 

[zum Seitenanfang]

Bad Iburg, 14. 3.  1999

 

Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!       

Erlauben Sie mir eine Bemerkung zum vergangenen Kammerkonzert mit dem Klenke-Quartett am  5.3. Um Sie nicht negativ zu beeinflussen, habe ich unmittelbar vor Beginn des Konzerts Ihnen nicht gesagt, das die erste Geigerin, Frau  Klenke-Schrödter am Vortag des Konzerts noch grippekrank mit 40° Fieber im Bett lag. Zu allem Überfluß -man wollte sich im Rittersaal frühzeitig einspielen- hatten die Damen bei Magdeburg insofern eine Panne, als bei strömendem Regen der Scheibenwischer ausfiel und man  auf den ADAC lange warten mußte. Nur so erklärt es sich, daß zu Beginn des Konzerts nicht alles von so überragendem Gestaltungsniveau war, wie im Jahr davor.

Und nun zum Klavierabend mit Sheila Arnold am Samstag, dem 20. März um 2oUhr:

Frau Arnold ist gebürtige Inderin, 29 Jahre alt und sie erhielt ihren ersten Klavierunterricht mit sieben Jahren in Berlin. Zwischen 1981 und 87 erhielt sie  drei erste Preise beim "Grotrian Steinweg Wettbewerb" in Braunschweig und  beim "Steinway- Wettbewerb" in Berlin. Als Zwölfjährige  erspielte sie sich den 1.Preis beim Bundeswettbewerb "Jugend-musiziert" Und so geht das weiter! Ich weiß nicht, was ich da  noch aus ihrer Vita auswählen soll!? Jedenfalls haben wir wohl selten etwas so Hochkarätiges im Rittersaal  gehabt, vielleicht Markus Groh ausgenommen.  Um mehr Popularität bemüht, habe ich sie wegen der "Kinderszenen" von Robert Schumann engagiert.

Sheila Arnold wird daneben noch zwei Frühwerke, die A-Dur-Sonate op.2Nr.2 von Beethoven, die er seinem verehrten Lehrer Josef Haydn gewidmet hat und der man "ungewöhnliche Klangphantasie" nachsagt, und die  nicht weniger gerühmte f-Moll-Sonate von Johannes Brahms spielen.

Die verbleibenden Zeilen nutze ich, um Ihnen - einigermaßen wahllos- etwas von den Besonderheiten, Auszeichnungen  und Preisen von Sheila Arnold mitzuteilen:

Seit 1995 regelmäßig Klavierabende im Concertgebouw Amsterdam.

1997 2.Preisträgerin des "Rencontre International des Jeunes Pianistes " in Pontoises.

Solistin  mit dem RIAS-Jugendsinfonieorchester, dem "Orchestre de Chambre Lausanne",mitder Polnischen Kammerphilharmonie beim Schleswig-Holstein  Musik Festival  und,und,und..............Der Worte sind genug gewechselt...

                 Freundliche Grüße!

[zum Seitenanfang]

Bad Iburg, 16. April 1999

 

Sehr geehrte  Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!

 

Nachdem  uns die charmante Inderin Sheila Arnold einen so zauberhaften Klavierabend beschert hat, geht es am Sonntag, dem 25.April um 18 Uhr im Rittersaal weiter  mit Klavier und zwei jungen Asiatinnen mit vier Händen.  Frau Hsiao-Lieng Liu (zu deutsch etwa  Anne-Dore Müller) ist in Taiwan geboren . Frau Zhou Yi ist Chinesin aus der 15 Millionenstadt Shanghai. Mir fällt auf, daß in beider Namen kein  R vorkommt! Sprechen können Chinesen das R ja ohnehin nicht. Nun denn weitel in del Bioglaphie: Hsiao-Lieng Liu elhielt ihle elste Ausbildung in Spanien und vollendete ihl Studium in Hannovel bei Plof. Döllie! Flau Zhou Yi studielte zunächst bei Plof. Li-Min Qiang in Shanghai und spätel in Hannovel bei Plof, Kult Bauel. Sie wal Stipendiatin  des DAA.

Das taiwanesisch- chinesische Duo hat in seinel 5jähligen Zusammenalbeit mehlele intelnationale Pleise gewonnen, u.a. den jeweils elsten Pleis 1993 in Malsala und 1996 in Ibla.

Am Sonntag um 18 Uhr wild das Duo, das auf eine Konzelttätigkeit in England, den USA , Islael, Taiwan, China, Spanien und Deutschland zulückblicken kann,folgende  vielhändige Welke  fül uns spielen: Von Mozalt das Andante  mit Valiationen,  dann , von Flanz Schubelt die Fantasie f-Moll und  "Deux Malches calactelistiques ". Nach del Pause welden wil dann ein sehl plägnantes Flühwelk von Claude Debussy, nämlich seine  "Petite Suite" zu hölen bekommen, von del es  in einem einschlägigen Klavielmusikfühlel heißt: Man wird sich nicht leicht dem Zauber der sanft dahingleitenden  Barcarole, der festlich glänzenden  Rhythmik des  "Cortège", der serenadenhaften Lyrik des  "Menuet" und dem elastisch  federnden Schwung  des  "Ballet" entziehen können."

Den pianistisch- folklolistischen Höhepunkt des Abends welden velmutlich die  fünf ungalischen Tänze, von Blahms nach den Olchestelstücken fül Klaviel vielhändig gesetzt, bilden.  Es handelt sich dabei nicht um echte ungalische Folklole, sondeln, wie del Komponist selbst bemelkt "nach ungarischer Art" elfunden. Der Blahms- Apostel Max Kalbeck schwälmte :" Die ungarischen Amethyste und Topase  wären bunte Kiesel geblieben, wenn Brahms sie nicht geschliffen und gefaßt hätte."

Fleundliche Glüße  und blingen Sie Ihle Bekannten mit!

'

[zum Seitenanfang]

Bad Iburg, 1. Mai 1999

 

Sehr geehrte  Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!

Mit großer Neugier und hohen eigenen Erwartungen möchte ich Sie (mit Ihren Freunden!) zu unserem letzten  Kammerkonzert der Saison  zum Samstag, dem 8. Mai, 20Uhr in den Rittersaal einladen . Der seit  mehreren Jahren am Osnabrücker Konservatorium lehrende  Klarinettist Allan  Ware und das amerikanische Ciompi Quartet werden dieses 207. Konzert bestreiten. Der Name stammt von dem  italienischen Geiger und Gründer Giorgio Ciompi  her, der das Quartett  Anfang  der Sechziger Jahre gründete. Mit dem jetzigen Primarius  Eric Pritchard  hat das Quartett  u.a. den ersten Preis  im "International String Quartet Competition " und in den Kammermusikwettbewerben Coleman und Fischoff in den USA gewonnen. "In der Presse gelobt für die Intelligenz seiner Interpretationen und  den Glanz seines Klangkörpers ist das  Streichquartett für aufregende  Konzerterlebnisse....bekannt."

Alle anderen Mitglieder haben ähnlich hochrangige Biographien aufzuweisen; so war die 2.Geigerin Hsiao-mei Ku Konzertmeisterin beim  North Carolina Symphony und Spoleto Festival Orchestra. Man wird aber auch aufregend schöne Sachen spielen bzw zu hören bekommen. Erstens das  erfrischend heitere  D-Dur Quartett KV 499 von Mozart mit seiner "federnden Eleganz" des Beginns, den harmonischen Überraschungen im Menuett und dem herrlich-friedvollen Adagio.

Anders als plakatiert, werden die Ciompis anstelle des Mendelssohn-Quartetts das Quartett op.59 Nr.3, das sogenannte "Rasumovskij"-Quartett ,von Beethoven spielen. Die drei unter der Opuszahl 59 erscheinenden Quartette sind eine zyklische, aufeinanderbezogene Anlage, die ein Musikwissenschaftler mit dem Motto "Mensch und Kosmos"  oder, "Klanggewordenes Universum" zu deuten versucht hat. Ich empfinde die in diesem Quartett auftretenden Themen als unwiderstehlich plastisch  und so beethoventypisch wie kaum anderswo.

In der zweiten Programmhälfte  wird sich Allan Ware dem Quartett zugesellen, und wir werden eine eindrucksvolle Komposition  einer Komponistin, nämlich der Pfitznerschülerin

Ilse  Fromm-Michaels  hören. Die "Musica larga" ist eine  in erweiterter Tonalität geschriebene  Musik für Klarinette und Streichquartett , die nach MGG-Angabe "von Bruckner'scher Inbrunst erfüllt" ist.

Abgerundet und gleichzeitig überhöht werden sollen der Abend und die Saison von dem  Klarinettenquintett von Carl Maria von Weber, von dessen  als "Fantasia " bezeichnetem Adagio  es bei Reclams "Kammermusikführer" heißt, daß es  "eine der genialsten  melodischen  Eingebungen Webers" sei.

[zum Seitenanfang]

Bad Iburg, 11. September 1999

 

Sehr geehrte  Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!

Ja, es wird Zeit! Der Sommer war sehr groß! Am 10.10. geh'n die Schloßkonzerte  wieder los; und zwar mit den "Südwestdeutschen Barocksolisten " und Prof. Helmut Erb, hohe Trompete. Das Ensemble, bestehend aus drei Oboen, Fagott und Basso continuo (Cembalo), wird  nicht nur den Solisten begleiten, sondern auch ein, zwei Musiken in der Holzbläserbesetzung  spielen.

Übrigens hat sich in der Sommerpause viel getan: Erstens hat der Beitritt vieler unserer Kammermusikhörer zum Freundeskreis uns in die Lage versetzt, besser disponieren zu können und zweitens  hat sich ein hochherziger Sponsor (zu altdeutsch: Mäzen) gefunden ,der uns nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch wichtige  Kontakte  knüpfen kann. Da er nicht genannt werden möchte , nennen wir ihn Mr.X. Mr. X hat der Chefredakteurin  des 3.Programms des NDR von uns erzählt; wir sind dem  "Radio3KlassikClub" beigetreten und so werden unsere Konzerte künftig  im Radio3Programm vorgestellt und im 3.Programm wird auf sie hingewiesen.

Über die weiteren Konzerte der neuen Saison  soll Sie das beiliegende Faltblatt informieren, aber auf zwei Glanzpunkte möchte ich doch  noch -nicht ohne Stolz- hinweisen: Am So.d.21. Nov. wird das  weltberühmte "American String Quartet" im Rittersaal zu Gast sein und die von Mozart ausgewählten  und mit eigenen langsamen Einleitungen versehenen fünf Fugen von J.S.Bach, ein Streichquartett von Haydn und das a-Moll-Quartett von Brahms  spielen.

Am So. d.14.5. 2000 kommt das ebenfalls über Europa hinaus bekannte "Menuhin Festival Piano Quartet", das  früher von Sir Yehudi Menuhin betreut wurde und mit seinem Einverständnis seinen Namen tragen darf zu uns in den Rittersaal und wird zum 50.Todestag von Richard Strauß dessen  c-Moll-Klavierquartett, sowie  das von Fauré und Mozart (Es-Dur) spielen.

Wer unser Bemühen anders, als durch Mitgliedschaft im Freundeskreis unterstützen möchte, kann dies durch den Kauf eines Abos oder Halbabos tun. Gegenüber dem normalen Eintrittspreis spart man beim Abonnement 80DM; gegenüber dem ermäßigten Preis 46 DM.

Übrigens können Sie  Eintrittskarten, Halbabos und Vollabos künftig auch im Musikhaus  Bössmann  in Osnabrück kaufen und hier auf unserer Internetseite bestellen.

 

Freundliche Grüße!

[Rezension in der NOZ vom 12. 10. 99]

[zum Seitenanfang]

Bad Iburg, 20. Oktober 1999

 

Sehr geehrte  Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!

Nachdem das Eröffnungskonzert in der Klosterkirche so glänzend verlaufen ist, daß man den Südwestdeutschen Barocksolisten "Strahlenden Trompetenglanz und bestechende Leichtigkeit des Spiels" bescheinigte, kömmt nunmehro ein ander Cardinais-Happen fürs Gehör und Gesichte. Die Andersartigkeit wird sich aber besonders im inhaltlichen abspielen, denn von den sechs Programmpunkten sind drei Kompositionen programmatisch angelegt; das heißt, der Musik liegt ein außermusikalisches Programm zu Grunde. Im ersten Fall ist es eine Komposition von R.Bariller "Le Martyre de Marsyas", die die Leiden des sagenhaften Flötenspielers Marsyas beschreibt, der es wagte den Gott Apoll zum musikalischen Wettstreit herauszufordern und der zur Strafe für seinen Frevel zu Tode geschunden wurde.Die folgende Sonate für Klavier und Querflöte von Carl Reinecke trägt den Titel "Undine" und wird vermutlich das Schicksal der aus dem Reich der Wassergeister stammenden Frauenfigur reflektieren, deren Wesen nur durch die Liebe eines Mannes beseelt werden kann. Das dritte Werk programmatischen Inhalts ist die berühmte "Syrinx" für Flöte solo. Syrinx aber ist der Name jener Quellen- oder Waldnymphe in die der Hirtengott Pan sich so sterblich verliebte, daß wir ihm und ihr nicht nur die Entstehung der Panflöte, sondern auch den erotischen Charakter manch dionysischer Musik verdanken. Die Soloflötistin des Münsteraner Sinfonieorchesters Friederike Wiechert und ihr Mann, der Kapellmeister und Studienleiter an den Städtischen Bühnen Münster, dem auch die Leitung des Musikvereinschores obliegt, wird seine Frau am Flügel begleiten. Der Kammermusikabend am Sonntag, dem 31,Oktober um 18Uhr im Rittersaal des !burger Schlosses wird mit der Sonate für Flöte und obligates Klavier (Cembalo) h -Moll von Johann Sebastian Bach eingeleitet werden. Außer den bereits genannten Stücken werden die drei Romanzen von Robert Schumann, sowie die Sonate von Francis Poulenc zu hören sein. Dies Kammerkonzert versetzt Sie in die Lage, Musik aus drei Epochen hörend zu vergleichen: Barock, Romantik und Impressionismus. Wegen seiner Kurzweiligkeit und wegen seines starken programmatischen Anteils , ist es auch für Kinder geeignet. Ich freue mich besonders auf Debussy und Poulenc!

Freundliche Grüße, auch an Ihre Bekannten, die Sie mitbringen könnten!

[zum Seitenanfang]

Bad Iburg, 09. November 1999

 

Sehr geehrte  Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!

Heute kann ich Sie mit stolzgeschwellter Brust zum dritten Glanzlicht (neudeutsch: highlight) der Saison einladen, zum Streichquartettabend mit dem weltbekannten American String Quartet. Die drei Herren mit den so typisch amerikanischen Namen wie Winograd, Avshalomov und Geber; einzig die Dame im Gruppenbild "sounds British as can be": Laurie Carney. In leichter Abänderung des Programms werden die vier Musiker/innen, die als Nachfolger des Tokyo String Quartets seit1993 als "Quartet in Residence" beim "Van Cliburn Wettbewerb " tätig sind, Haydns kaum bekanntes fis-Moll Quartett op. 50 Nr.4 spielen, das Haydn 54jährig in Wien komponiert hat.
Zu den Bach- Fugen mit den langsamen Einleitungen von Mozart ist Folgendes zu sagen: Als knapp hundert Jahre nach Bachs Tod der Begriff "Barock" entstand, was so viel bedeutete wie "verschroben", kümmerte sich kaum jemand um Fugen; das waren für die meisten Zeitgenossen , ja selbst für Bach's Söhne , Hirngespinste eines alternden Querkopfes. Anders Mozart; der konnte nicht genug davon bekommen, und selbst Constanze Mozart, der keine besondere musikalische Begabung nachgesagt wurde, begeisterte sich an ihnen. Mozart hat einige Fugen aus dem "Wohltemperierten Klavier" für zwei Violinen, Viola und Baß bearbeitet. In unserem Falle hat der Herausgeber A.Hoffmann fünf langsame Einleitungen aus Mozarts Streichquartetten und einer frühen Sinfonie den Fugen vorangestellt.
Johannes Brahms schreibt sein a-Moll-Quartett 40jährig während eines Sommeraufenthalts in Tutzing, wo er auch seine Haydn-Variationen vollendet. Es ist für mich das mildeste und schönste der drei Quartette. Der Musikwisenschaftler Hans A, Neunzig schreibt über die Quartette und über die Brahms'sche Kammermusik: "Kammermusik, eine musikalische Form, die Brahms -seiner Introvertiertheit, wenn man so will- naheliegen mußte, bringt .......den intensivsten Eindruck seines künstlerischen, formerischen Wollens und Empfindens."

Freundliche Grüße!

[zum Seitenanfang]