Bad
Iburg, 27. Januar 2012
Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!
Die erste Kammermusik im neuen Jahr bietet in der Tat etwas Besonderes!
Erstens, weil nach langer Abstinenz es wieder einen Liederabend gibt,
und zweitens, weil die vorgesehenen Lieder –außer den vier
herrlichen Schubert-Liedern- Kleinodien von seltener Provenienz sind.
Da werden zunächst die fünf Lieder Gabriel Faurés „Mélodies
de Venise“ nach Texten von Paul Verlaine zu hören sein. “Seine
Musik klingt einfach, ist aber von der Einfachheit eines geschliffenen
Edelsteins. Sie ist immer vorzüglich ausgearbeitet und voller feiner
Einfälle. Fauré war einer der ersten modernen Komponisten,
die die mittelalterlichen Kirchentonarten verwendeten. Dies führte
ihn zu Harmonien, die mit ihren eindringlichen Melodien…einen
Hauch von Sehnsucht nach der Vergangenheit geben.“ (Norman Lloyd:
Großes Lexikon der Musik)
Zur Musik von Paul Hindemith habe ich ein besonderes Verhältnis, nicht nur
weil seine Lieder Vertonungen von Texten von Christian Morgenstern, Else Lasker-
Schüler, Georg Trakl, u.a. sind, sondern weil ich bei dem Primarius des
in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weltberühmten „Amar-
Quartetts“ Violinunterricht bezog, dem Quartett, in dem Paul Hindemith
jahrzehntelang als Bratscher mitwirkte. Prof. Lico Amar hat mir viel Sympathisches über
Hindemith erzählt; u.a. auch dass Hindemith ihn als Vierteljuden nach Ankara
vor den Nazis in Sicherheit gebracht hatte. „Die Basis des Schaffens ist
bei Hindemith deutlich das Handwerk…Alle Zeitstile wie Expressionismus,
Neue Sachlichkeit, Formalismus sind von ihm mit deutlichen Belegen durchschritten
worden… Seine Herkunft aus dem Handwerk führte ihn folgerichtig zu
strengen theoretischen Überlegungen. Theorie und Praxis, Handwerk und Kunst
stellen bei ihm ein unteilbares…Gebiet dar.“ (MGG Bd.VI)
Den Abschluss werden sieben Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“ von
Gustav Mahler bilden. Mahler war durch und durch Romantiker. „Seine Melodien
und Harmonien folgen der österreichisch-deutschen Tradition Beethovens und
Wagners….Beeinflusst von Bruno Walter, einem alten Freund Mahlers, haben
die Dirigenten entdeckt, dass das Publikum an der sinnlichen Schönheit Geschmack
findet, die in der Musik Mahlers ist.“ (N. Lloyd: Gr. L. der Musik)
Ich hoffe, dass auch Sie dem Zauber der Musikstile und dem ihrer Interpreten
erliegen werden
Alles am Sonntag, 5. Februar ab 18 Uhr im Rittersaal: Katja Stuber,
Sopran; Boris Kusnezow Klavier. Freundliche Neujahrsgrüße!

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