Bad
Iburg, 12. November 2008
Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!Hiermit stellen wir Ihnen unseren ehemaligen Gast, der vor vielen, vielen Jahren als AFS-Student zwei Monate bei uns verbracht hat, nun als Klavierprofessor der Lexington Universität in Kentucky vor. Gregory Partain wird am Sonntag, dem 23. November, ab 18 Uhr herausragende Beispiele europäischer Klaviermusik für uns im Rittersaal präsentieren. Zunächst soll das „Italienische Konzert“ von J.S. Bach erklingen, von dem es in Reclams Klaviermusikführer heißt: Es „wurde zu seinem bekanntesten und beliebtesten Klavierwerk“, es „repräsentiert. ..den gereiften Meister…der sich den Glanz italienischen Konzertierens angeeignet hat, ohne…die konstruktive Kraft des deutschen Kontrapunkts zu verleugnen“. Als nächstes bedeutsames Werk in der Geschichte der Klaviermusik werden wir die f-Moll-Sonate, die sog. „Appassionata“, hören und erleben können. Der Klaviermusikführer schreibt u.a.: „Der Schauplatz (der Musik) ist nicht das Herz des Menschen, sondern der Kosmos, die große, allumfassende Natur mit ihren Mächten und Übermächten …Was für Faust die Beschwörung des Erdgeistes bedeutet, das scheint hier der Musik durch einen titanischen Schöpferwillen gelungen zu sein…Die Kunst des Anhebens (der Beginn der Sonate) wird hier zu einem Mittel magischer Invokation.“ Es freut mich besonders, dass wir ein – wenn auch nur kurzes - Klavierstück von Franz Liszt werden hören können. In <<Les jeux d’eaux à la Ville d’Este>> werden wir den Komponisten als Neuerer des Klavierstils kennen lernen, dessen Innovationen bis in den Im-und Expressionismus nachwirkten. Im klavieristischen Bereich sind dies extreme Diskant- und Basslagen, Repetitionstechnik, äußerste Nutzung dynamischer und pedalischer Wirkungen, orchestrale Fülle. Auf die Musik des spätromantischen Virtuosen Liszt folgt ein prägnantes Beispiel des Impressionismus: Claude Debussys <<Reflets dans l’eau>>. Zwischen Natur und Seele schwebend , ist die Musik die Mittlerin hin zum Menschen, ihr Symbol ist vor allem das Wasser, und mit seiner „strömenden Beweglichkeit, Gleichnis der Seele“ (K.Billing). Den Schlusspunkt wird Partain mit einer Komposition mit dem Titel „China Gates“ des 1947 geborenen amerikanischen Komponisten John Adams setzen. Ich wünsche spannende Unterhaltung!
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