Sehr geehrte Damen
und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!
Hiermit lade ich Sie zu unserem letzten Konzert der Saison 2006/7 ein , das
am Sonntag, dem 17. Juni ab 18 Uhr wie immer im Rittersaal stattfinden wird.
Da ich mich nicht beherrschen kann, muss ich Ihnen mitteilen, dass sich für
die neue Saison schon wieder Bemerkenswertes zusammen braut, bzw. zusammen
gebraut hat.
Nun aber zunächst zum 17. Juni: Es wird das VALENTIN KLAVIERQUARTETT mit
Isabel Späth-Lhotzky, Klavier; Inka von Puttkamer, Violine; Minako Uno,
Viola und Hanno Kuhns, Violoncello musizieren. Was wird da gespielt?
Zunächst das sehr selten zu hörende Klavierquartett von Louis Ferdinand
Prinz von Preußen. Der Freund und Meisterschüler Beethovens gilt als
Wegbereiter der Romantik, besonders was seine in „seinen Kammermusikwerken
sich äußernde Empfindungshaltung betrifft. Von ihr werden Themenbildung und
Themenbehandlung“ in starkem Maße berührt ,“ die mit klassischen Vorbildern
nicht mehr viel gemein haben.“ Als hoher Offizier gehört Louis Ferdinand
zusammen mit Königin Luise und den Generälen von Blücher, Scharnhorst und
dem Finanzminister Freiherr vom Stein zur sog. Kriegspartei, die den
kontaktscheuen König Friedrich Wilhelm III zum Kampf gegen Napoleon drängen.
„Am 10.Oktober (1806), besiegten die Franzosen bei Saalfeld die 9000 Mann
starke Vorhut der Preußen, wobei auch Prinz Louis Ferdinand getötet
wurde....Als Inbegriff des geistvollen, kunstsinnigen Preußen ging er in die
Geschichte ein, ein charmanter, leicht exzentrischer Mann, der sich über die
verkalkte Generalität lustig machte“ ....“ein schöner Mann von 33 Jahren,
dessen schwungvoller Auftritt die Damenwelt entzückte.“ (Die Zeit)
Bei dem einsätzigen Klavierquartett Gustav Mahlers handelt es sich um ein
Jugendwerk, das nach der vierjährigen Konservatoriumszeit entstand und
dessen drei weitere Sätze verloren gingen.
„Nach Form, Gestus und thematischer Erfindung weist der in Sonatensatzform
angelegte Satz auf Mahlers musikalische Wurzeln: Schubert, Schumann und
Brahms....Dennoch zeigt das Werk bereits eigene, bemerkenswerte Züge.“ zum
Beispiel schreibt Mahler „vor Einsatz der abschließenden Coda in der Violine
eine hochexpressive Kadenz („ungemein rubato und leidenschaftlich“), deren
Gefühlstemperatur die Grenzen der Kammermusik überschreitet.“(Harenberg)
Schumanns Es-Dur-Klavierquartett entstand als letztes Werk des für Schumann
so fruchtbaren Jahres 1842. Er widmete es dem Grafen Mathieu Wielhorsky,
einem hochtalentierten Hobbycellisten, der auch die erste öffentliche
Aufführung zusammen mit Clara Schumann (Klavier), Ferdinand David (Violine)
und Nils W. Gade (Viola) bestritt. Freuen wir uns auf interessante Musik von
höchst interessanten Komponistenpersönlichkeiten!
Freundliche Grüße!

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