Bad Iburg, 05. März 2006

Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!

Zu unserem nächsten Kammerkonzert im Rittersaal mit dem TRIO con BRIO COPENHAGEN am kommenden Sonntag d. 12.3. um 18.00 Uhr weiß ich nicht, ob ich lieber von dem hochinteressanten Ensemble mit dem Dänen Jens Elvekjaer am Piano und den beiden schicken Koreanerinnen an Geige und Cello berichten sollte, oder von den drei nicht minder interessanten, weil unterschiedlichen Werken. Da das Trio seit 2000 bei allen wichtigen europäischen Wettbewerben (Wien, München, Triest, Festspiele Meck – Vop, Florenz, Kopenhagen, Trondheim) 1. und 2. Preise abgesahnt hat, nenne ich Ihnen ein paar Hinweise zu den drei Werken:  Schubert: Trio B-Dur: In seiner berühmten Rezension von 1836 in der „Neuen Zeitschrift für Musik“ bezeichnet Robert Schumann den Charakter des Werkes als „anmuthig, vertrauend, jungfräulich“. Schubert selbst überliefert in einem Brief die Äußerungen seiner Freunde über sein eigenes Klavierspiel so „..dass die Tasten unter meinen Händen zu singenden Stimmen würden.“ Im zweiten Satz mit den „sanft verwobenen Stimmen der beiden Streichinstrumente, sah ...Schumann das musikalische Bild eines „seligen Träumers“, ein Auf - und Niederwallen schön menschlicher Empfindungen.“ 
Ravels Klaviertrio stellt den ersten „reifen und abgeklärten Beitrag zur Kammermusik“ des 20. Jahrhunderts dar. „Das Werk ist äußerst dicht gearbeitet und technisch für alle drei Solisten sehr anspruchsvoll. In allen Sätzen finden sich weite Orgelpunkte, um den tonalen Bezugsrahmen ...auch nach außen deutlich wahrnehmbar zu demonstrieren.“ Im ersten Satz fallen die rhythmisch- metrischen Innovationen, im zweiten Satz die polymetrischen Überlagerungen von zwei verschiedenen Taktarten auf. Der merkwürdige Titel „Pantoum“ spielt auf eine „malaiische Dichtungs- und Vortragsform an.“ Der aufblühende Neoklassizismus, seit Strawinskys „Pulcinella“ (1925) Bestandteil der Musikszene des frühen 20.Jahrhunderts, schlägt sich im 3.Satz im Namen „Passacaglia“ nieder und ist im Bach’schen Geist gearbeitet. Im Finalsatz wechseln ungewöhnliche Taktarten (5/4 und 7/4) miteinander ab und es finden sich Anklänge an spanisch-baskische Folklore darin.  
Beethoven schrieb sein D-Dur-Klaviertrio im Entstehungsjahr der „Pastorale“. Es ist eine Komposition klassischer Ausgewogenheit, bis auf den Mittelsatz, der dem Werk den Namen „Geistertrio“ verlieh. Der Name stammt nicht von Beethoven, trifft aber den Charakter der „Fahlheit und düsteren Koloristik“ sehr genau: „ein Notturno von „geisterhafter“ Unwirklichkeit. Die beiden Außensätze bilden in ihrer kraftvollen Energie dazu den stärksten Kontrast..“ (Alle Zitate aus „Harenberg Kammermusikführer“)  

                 

Sie werden es nicht bedauern!  Freundliche Grüße!                                                

                 

 

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