Sehr geehrte Damen
und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!
Zu unserem nächsten Kammerkonzert im Rittersaal mit dem
TRIO con BRIO COPENHAGEN am kommenden Sonntag d. 12.3. um 18.00
Uhr weiß ich nicht, ob ich lieber von dem hochinteressanten
Ensemble mit dem Dänen Jens Elvekjaer am Piano und den beiden
schicken Koreanerinnen an Geige und Cello berichten sollte, oder
von den drei nicht minder interessanten, weil unterschiedlichen
Werken. Da das Trio seit 2000 bei allen wichtigen europäischen
Wettbewerben (Wien, München, Triest, Festspiele Meck – Vop,
Florenz, Kopenhagen, Trondheim) 1. und 2. Preise abgesahnt hat,
nenne ich Ihnen ein paar Hinweise zu den drei Werken: Schubert:
Trio B-Dur: In seiner berühmten Rezension von 1836 in der „Neuen
Zeitschrift für Musik“ bezeichnet Robert Schumann
den Charakter des Werkes als „anmuthig, vertrauend, jungfräulich“.
Schubert selbst überliefert in einem Brief die Äußerungen
seiner Freunde über sein eigenes Klavierspiel so „..dass
die Tasten unter meinen Händen zu singenden Stimmen würden.“ Im
zweiten Satz mit den „sanft verwobenen Stimmen der beiden
Streichinstrumente, sah ...Schumann das musikalische Bild eines „seligen
Träumers“, ein Auf - und Niederwallen schön menschlicher
Empfindungen.“
Ravels Klaviertrio stellt den ersten „reifen und abgeklärten Beitrag
zur Kammermusik“ des 20. Jahrhunderts dar. „Das Werk ist äußerst
dicht gearbeitet und technisch für alle drei Solisten sehr anspruchsvoll.
In allen Sätzen finden sich weite Orgelpunkte, um den tonalen Bezugsrahmen
...auch nach außen deutlich wahrnehmbar zu demonstrieren.“ Im ersten
Satz fallen die rhythmisch- metrischen Innovationen, im zweiten Satz die polymetrischen Überlagerungen
von zwei verschiedenen Taktarten auf. Der merkwürdige Titel „Pantoum“ spielt
auf eine „malaiische Dichtungs- und Vortragsform an.“ Der aufblühende
Neoklassizismus, seit Strawinskys „Pulcinella“ (1925) Bestandteil
der Musikszene des frühen 20.Jahrhunderts, schlägt sich im 3.Satz im
Namen „Passacaglia“ nieder und ist im Bach’schen Geist gearbeitet.
Im Finalsatz wechseln ungewöhnliche Taktarten (5/4 und 7/4) miteinander
ab und es finden sich Anklänge an spanisch-baskische Folklore darin.
Beethoven schrieb sein D-Dur-Klaviertrio im Entstehungsjahr der „Pastorale“.
Es ist eine Komposition klassischer Ausgewogenheit, bis auf den Mittelsatz, der
dem Werk den Namen „Geistertrio“ verlieh. Der Name stammt nicht von
Beethoven, trifft aber den Charakter der „Fahlheit und düsteren Koloristik“ sehr
genau: „ein Notturno von „geisterhafter“ Unwirklichkeit. Die
beiden Außensätze bilden in ihrer kraftvollen Energie dazu den stärksten
Kontrast..“ (Alle Zitate aus „Harenberg Kammermusikführer“)
Sie werden es nicht bedauern! Freundliche Grüße!
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