Bad Iburg, 11. Februar. 2006

Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!

Am Sonntag, dem 19.Februar werden wir wieder einmal einen bedeutsamen Klavierabend erleben können! Bedeutsam in zweierlei Hinsicht: Einmal, weil inhaltlich interessante Klavierkompositionen erklingen werden, zum anderen, weil der Pianist Markus Becker zu den „gestaltungsmächtigsten Pianisten nicht nur seiner Generation“ gehört, wie man in „fonoforum“ schrieb. Nach einer Programmänderung werden zu Beginn des Abends (18 Uhr!) die drei Klaviersonaten aus op. 10 erklingen, die noch zu den Frühwerken von Beethovens Schaffen zählen. Er hat sie als 27jähriger komponiert.
Die erste der drei Sonaten in c-Moll besitzt einen „tiefernsten Adagio-Gesang“, der von „düsteren, wildbewegten Ecksätzen umschlossen“ wird.
Die zweite Sonate „ist ihrer düsteren Vorgängerin in Charakter und Stimmung entgegengesetzt; hier ist alles hell und wohlgelaunt“.
Die dritte Sonate aus op.10, in D-Dur ist „nicht nur das umfangreichste, sondern auch das phantasievollste und pianistisch wirkungsvollste Stück“. In „Reclams Klaviermusikführer“, aus dem alle diese Zitate stammen, heißt es : „Es ist schwer zu entscheiden, welchem der langsamen Sätze man den Preis geben soll; jeder drückt einen anderen Grad der Versunkenheit, eine andere Richtung der Meditation aus; das Pathos der Ruhe und Einsamkeit, das sie alle verkünden, schwingt jeweils in anderer Harmonie.“

Nach der Pause wird Markus Becker, der inzwischen Gast in Konzertsälen nicht nur Europas ist (Alice Tully Hall, New York; Smith Square, London; Theatre des Champs Elysees, Paris; Teatro Municipal, Sao Paolo, Salzburg, etc.,), die Variationen über ein Thema von Bach von Max Reger spielen, in denen der Komponist erstmalig die „Dynamischen Übermaße seiner Orgelwerke ..auf die Klangskala des Klaviers“ transponiert. Die Anforderungen an den Interpreten sind allerdings erheblich, besonders, was dynamische Abstufungen (dreifaches ppp!) und Klangdifferenzierungen betrifft. Aber was schrieb doch gleich George Hanson in den Wuppertaler Nachrichten in 2004? „Markus Becker stellte sich als ein sehr seriöser Pianist vor, der mit seiner sensiblen Pedaltechnik und nuancierten Anschlagskultur das Werk mit festem Zugriff kultiviert aufführte: leidenschaftlich im Allegro, abgeklärt-ruhig, aber auch dramatisch-erregt im Binnensatz und forsch im Finale.“ Ich halte die Klaviersonate neben dem Streichquartett für die vollkommenste musikalische Form und freue mich besonders!
Vielleicht wird sich die Tatsache, dass Markus Becker seine ersten Kinderjahre in Bad Iburg (Sophienstraße 8 und Umland!) verbracht hat, zusätzlich anregend auf seine Gestaltungskraft auswirken.

Freundliche Grüße!

 

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