Sehr geehrte Damen
und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!
Am Sonntag, dem 19.Februar
werden wir wieder einmal einen bedeutsamen Klavierabend erleben
können! Bedeutsam in zweierlei Hinsicht: Einmal, weil
inhaltlich interessante Klavierkompositionen erklingen werden,
zum anderen, weil der Pianist Markus Becker zu den „gestaltungsmächtigsten
Pianisten nicht nur seiner Generation“ gehört, wie
man in „fonoforum“ schrieb. Nach einer Programmänderung
werden zu Beginn des Abends (18 Uhr!) die drei Klaviersonaten
aus op. 10 erklingen, die noch zu den Frühwerken von Beethovens
Schaffen zählen. Er hat sie als 27jähriger komponiert.
Die erste der drei Sonaten in c-Moll besitzt einen „tiefernsten
Adagio-Gesang“, der von „düsteren, wildbewegten
Ecksätzen umschlossen“ wird.
Die zweite Sonate „ist
ihrer düsteren Vorgängerin in Charakter und Stimmung
entgegengesetzt; hier ist alles hell und wohlgelaunt“.
Die dritte Sonate aus op.10, in D-Dur ist „nicht nur
das umfangreichste, sondern auch das phantasievollste und pianistisch
wirkungsvollste Stück“. In „Reclams Klaviermusikführer“,
aus dem alle diese Zitate stammen, heißt es : „Es
ist schwer zu entscheiden, welchem der langsamen Sätze
man den Preis geben soll; jeder drückt einen anderen Grad
der Versunkenheit, eine andere Richtung der Meditation aus;
das Pathos der Ruhe und Einsamkeit, das sie alle verkünden,
schwingt jeweils in anderer Harmonie.“
Nach der Pause
wird Markus Becker, der inzwischen Gast in Konzertsälen
nicht nur Europas ist (Alice Tully Hall, New York; Smith Square,
London; Theatre des Champs Elysees, Paris; Teatro Municipal,
Sao Paolo, Salzburg, etc.,), die Variationen über ein
Thema von Bach von Max Reger spielen, in denen der Komponist
erstmalig die „Dynamischen Übermaße seiner
Orgelwerke ..auf die Klangskala des Klaviers“ transponiert.
Die Anforderungen an den Interpreten sind allerdings erheblich,
besonders, was dynamische Abstufungen (dreifaches ppp!) und
Klangdifferenzierungen betrifft. Aber was schrieb doch gleich
George Hanson in den Wuppertaler Nachrichten in 2004? „Markus
Becker stellte sich als ein sehr seriöser Pianist vor,
der mit seiner sensiblen Pedaltechnik und nuancierten Anschlagskultur
das Werk mit festem Zugriff kultiviert aufführte: leidenschaftlich
im Allegro, abgeklärt-ruhig, aber auch dramatisch-erregt
im Binnensatz und forsch im Finale.“ Ich halte die Klaviersonate
neben dem Streichquartett für die vollkommenste musikalische
Form und freue mich besonders!
Vielleicht wird sich die Tatsache,
dass Markus Becker seine ersten Kinderjahre in Bad Iburg (Sophienstraße
8 und Umland!) verbracht hat, zusätzlich anregend auf
seine Gestaltungskraft auswirken.
Freundliche Grüße!
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