Sehr geehrte Damen
und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!
Für die Kammermusiksaison 2006/07 ist es – glaube
ich - wieder gelungen, ein interessantes und abwechslungsreiches
Programm zu erstellen. Das trifft in besonderem Maße für
das erste Konzert (am Samstag,d.9. Sept. 20 Uhr) zu. Die Bewerbungs-
CD des „casalQuartetts“ mit Einzelsätzen aller
Stilepochen von Haydn über Schumann, Hugo Wolf, Zemlinsky,
Ginastera bis Schulhoff habe ich mir in den Herbstferien des
vergangenen Jahres in Schweden immer wieder angehört und
fand, dass das Quartett über eine Stilsicherheit verfügt, „die
man visionär nennen möchte“ (FAZ).
Zum Quartett
von Erwin Schulhoff schreibt Astrid Hippchen: „E.Schulhoff
(*1894) lässt sich kaum in eine der Stilrichtungen der zwanziger
und dreißiger Jahre einordnen. Er fand eine Synthese aus
Expressionismus und Neoklassizismus, ...versuchte den Dadaismus
in der Musik zu etablieren und schöpfte Ideen aus Jazz-Rhythmen.
.. Ab 1933 war ihm aufgrund seiner jüdischen und tschechischen
Abstammung jede Konzerttätigkeit in Deutschland verboten..
Schulhoff konnte sich lange Zeit nicht zur Emigration entschließen.
Noch während er auf ein Visum aus Moskau wartete, wurde
er ins Kriegsgefangenenlager Würzburg gebracht, wo er ..1942
starb.“
Der Harenberg Kammermusikführer zitiert zu
dem f-Moll-Quartett zunächst Beethovens eigene Widmung: “Quartetto
serioso 1810 im Monath october Dem Herrn von Zmeskall gewidmet
und geschrieben im Monath october von seinem Freunde LvBthvn.“ Nikolaus
Zmeskall von Domanovecz, war ein Cello spielender Freund des
Komponisten und wusste um die unglückliche Liebe Beethovens
zu Therese Malfatti, die im Mai 1810 dessen Heiratsantrag abgelehnt
hatte, was den Komponisten zu der düster- melancholischen,
aber auch mit zornig auffahrenden Gesten durchzogenen Musik angeregt
haben soll.
An der Tschaikowski-Komposition haben wir uns als
Amateurquartett jüngst auch versucht; mit sehr mäßigem
Erfolg! Im zweiten Satz konnten wir vier unsere Seelen auf die
Griffbretter legen, denn es sind zwei lyrische Melodien. „Die
erste , ein wehmütiges Volkslied, das Tschaikowski angeblich
einen Handwerker hat singen hören, die zweite , ein schwärmerisches
Cantabile, von der Violine zu Pizzicato-Bässen vorgetragen,
wechseln zweimal einander ab. ...Dieser Satz gehört dank
seiner Melodik zu den populärsten Schöpfungen des Komponisten.“ (A.Beaujean)
Am ersten Satz, von dem Eduard Hanslick 1881 schrieb „eine
leichtfüßige , ganz eigentlich pikante Composition“,
haben wir uns die Finger wund geübt; dem tänzerischen
Scherzo fühlten wir uns anfangs noch gewachsen; im Finale:
Allegro giusto gaben wir auf. Nun ist die Neugier groß,
wie die vier jungen Meister vom „casalQuartett“ uns
vieren die Schamröte in die Ohren treiben werden.
Freundliche
Grüße!
P.S. Sonderkonzert mit ausschließlichen Kompositionen
Mozarts am 11.Juni 06
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