Sehr geehrte Damen
und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!
Am kommenden Sonntag, dem 23.April findet ab 18 Uhr das vorläufig letzte
Kammerkonzert der Saison im Rittersaal statt. Es ist insofern ein besonderes
Konzert, weil es die unterschiedlichsten, ja, sogar gegensätzlichsten Kompositionen
enthält. Auch die personelle Besetzung ist bemerkenswert: Da wird der aus
Osnabrück stammende Gitarrist Heiko Ossig mit den vier jungen Krakauerinnen
des DAFO – Quartetts zum Abschluss des spätnachmittäglichen Konzerts
das berühmte Fandango-Quintett von Luigi Boccherini spielen, einem Komponisten,
der viele Jahre seines Künstlerlebens am spanischen Hofe zu Madrid verbracht
hat, zunächst vom Infanten Don Louis beschützt, nach dessen Tod (1785)
im Sold des spanischen Königs. Vermutlich durch spanische Folklore angeregt,
setzt Boccherini im Fandango-Quintett Kastagnetten ein, die wiederum der Osnabrücker
Perkussionist Gerson Stiening zur unser aller Belebung bedienen wird. Obwohl
Boccherini seinen Wohnsitz in Madrid beibehielt, konzertierte er in ganz Europa
und –um die Komplikationen noch zu erweitern- widmete sich Boccherini,
der selbst hervorragender Cellist war- „seit 1787 ausschließlich
dem Dienste des Cello spielenden Königs Friedrich Wilhelm II. von Preußen,
der ihm den Titel eines Hofkompositeurs verlieh und ihm bis 1797 ein Gehalt zahlte“.
1805 verstarb Boccherini in Madrid in Armut.
Ich bat die jungen Damen des DAFO-Quartetts, ein Werk eines Landsmannes zu spielen
und schlug ihnen vor, das erste Streichquartett von Stanislaw Moniuszko zu spielen,
was sie gern akzeptierten, zumal der letzte Satz ein Stück Programmmusik
ist, der den Titel trägt „un ballo campestre e sue conequenze“,
das ich mit „Eine ländliche Fête und ihre Folgen“ übersetze.
(Das kann ja heiter werden!)
Das gewichtigste und anspruchsvollste Werk des Abends wird zweifellos das 9.
Streichquartett von Schostakowitsch sein: Es wurde zweimal komponiert, da der
Komponist damit unzufrieden war und „in einem Anfall gesunder Selbstkritik“ die
erste Fassung verbrannte. Die zweite Fassung ist sinfonisch angelegt. „Die
fünf ohne Unterbrechung einander folgenden Sätze zielen auf das breitangelegte...Finale
hin, so dass von einer sinfonischen Steigerungsdramaturgie gesprochen werden
kann.“ Es „fasst das gesamte thematisch-motivische Material der voraufgegangenen
Sätze zu einer genialen Verzahnung von Marsch, Choral, Fuge und Rezitativ
in immer neuen Kombinationen zusammen. Dabei spielt das fallende Dreitonmotiv....eine
bestimmende Rolle. Glissandi, Trillerketten, gezupfte Akkorde, in dieser Verdichtung
neu bei Schostakowitsch, geben dem Satz auch koloristisch stellenweise orchestral-sinfonisches
Gepräge.
Zwei Einlagen für Gitarre solo werden für eine zusätzliche Auflockerung
sorgen!
Freundliche
Grüße!
P.S. Sonderkonzert mit ausschließlichen Kompositionen
Mozarts am 11.Juni 06
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