Rundbriefarchiv 2000
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Bad
Iburg, 05. Januar 2000
Sehr
geehrte Damen und Herren!
Liebe Kammermusikfreunde!
Zum ersten Mal
in der Geschichte der lburger Schloßkonzerte kann/muß ich
Sie mit drei Nullen begrüßen und Ihnen eine vor Gesundheit
strotzende erste Nullrunde und ein friedliches Jahrhundert wünschen!
Da ich alle Nullen hasse, möchte ich eine geheime Absprache mit
Ihnen treffen: Ich werde künftig ein Datum, wie das heutige so
schreiben: 21 2, und niemand außer uns wird das Geheimnis entziffern
können. Als weiteres Beispiel: der einundzwanzigste September Zweitausend
wird dann so geschrieben: 2192 Es wird Komplikationen geben, ich weiß
es!
Seltsame
Dinge haben sich schon im neuen Millenium zugetragen: Bei meinen emsigen
Nachforschungen hat sich herausgestellt, daß wir immer, wenn es
ein Jubiläum oder etwas Besonderes zu feiern gab, wie heuer die
drei Nullen , wir ein Streichtrio eingeladen haben. Zum 100.Konzert
war es das "Reger Trio" Berlin; zum zwanzigjährigen Bestehen
der Schloßkonzerte war es das "Kandinsky-Streichtrio"
Hannover. Am Samstag, dem 15.Januar 2 wird ab18 Uhr das "Trio
Germinal' im Rittersaal aufspielen und zwar mit folgendem Programm:
Max Reger: Trio d-Moll; Jean Francaix: Trio 1933 und unfaßbar,
daß dies noch nie im Rittersaal gespielt wurde, weil es das schönste
Streichtrio der Welt ist, das Divertimento Es-Dur von Mozart.
Warum die vom Deutschen
Musikrat ausgewählten drei schönen Menschen sich "Trio
Germinal" nennen weiß ich nicht; denn Germinal ist der erste
Frühlingsmonat des französischen Revolutionskalenders, aber
so besonders revolutionär wirken die Geschwister Cornelia Gartemann
(Violine) und Julia Gartemann (Viola), sowie Tobias Bloos (Violoncello)
auf dem Künstlerphoto nicht; der Name scheint sich eher an das
Frühlinghafte anzulehnen. Nun denn, wie dem auch sei; kommen Sie
und lassen Sie sich von französischem Esprit bei Jean Francaix,
dem unkonventionellen und virtuosen Umgang mit der Harmonik bei Reger,
die zu immer neuen Überraschungen führt, sowie von Mozarts
melodischer Süße und dem tänzerischen Schwung begeistern.
Vorher aber sollten Sie Emile Zolas naturalistisches Meisterwerk "Germinal"
lesen; es ist als Insel Taschenbuch erhältlich und ist nur 567
Seiten stark. Ich schreibe die Konzerteinladung ja deshalb so rechtzeitig,
damit Sie es noch bis dahin schaffen!
Meine freundlichsten Grüße als Fanfaren im neuen Jahrtausend!

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Bad
Iburg, 05. Februar 2000
Sehr
geehrte Damen und Herren!
Liebe Kammermusikfreunde!
Als wir, die Laienmusiker
des "Consortium instrumentale", vor gut einem Jahr einen Kursus
in barocker Aufführungspraxis unter Pauline Nobes absolvierten,
bat sie uns in noch nicht ganz so präzisem Deutsch, wir möchten
"tiefer" streichen. Da es sich aber um leere Saiten handelte,
sahen wir uns verdutzt und etwas ratlos an, bis sich klärte, daß
Pauline Nobes meinte, wir sollten die Saiten aus der Tiefe des Materials
zu nachhaltigerem Schwingen bringen. Wie klanglich positiv sich das
auswirken kann, hat Pauline Nobes uns in einem Konzert in der Johanniskirche
in Osnabrück eindrucksvoll demonstriert ; und sie wird es auch
am Samstag, dem 12.Februar ab 18 Uhr im Rittersaal tun. Sie werden erleben,
daß Barockmusik auf einem tiefer gestimmten Originalinstrument
und zudem noch auf unterschiedlich umgestimmten Saiten gespielt (Skordatura),
in ungeahntem Maße an Frische und Lebendigkeit gewinnt . Nach
diesem erwähnten Kurs und einem weiteren bei Prof. Gerhard Darmstadt,
ist es für mich unerträglich geworden zuzuhören, wenn
ein Streicher eine barocke Sonate genau so spielt, vor allem mit gleichem
Dauervibrato, wie bei Brahms oder Beethoven.
Auf unserem Programm stehen zwei Sonaten für Violine und Cembalo
von J.S. Bach, die Frau Nobes zusammen mit ihrem Schwiegervater, dem
KMD Christoph Niesemann spielen wird.
Im Mittelpunkt des Abends wird die Solosonate g-Moll von J.S. Bach stehen,
um die sich die Partita A-Dur des fast unbekannten Johann Joseph Vilsmayr
und "Prélude und Fantasia" in F des noch unbekannteren
Pedro Lopez Nogueira gruppieren werden . Pauline Nobes arbeitet mit
führenden Londoner Ensembles für Alte Musik zusammen, wie
The English Baroque Soloists, The Academy of Ancient Music und The English
Concert zusammen. Sie ist Konzertmeisterin bei The Scholars Baroque
Ensemble und The London Symphonia Amadei.
Ihre Doktorarbeit schrieb sie über "Das unbegleitete Soloviolinrepertoire
vor 1750".
Übrigens schloß sie ihr Musikstudium mit dem Diplom im Fach
Trompete ab, und noch im Sommer 1996 übernahm sie bei einer Konzertreise
und Aufnahme die Rolle der Solotrompete in Beethovens "Leonore"
mit dem Orchestre Revolutionaire et Romantique.
Freuen Sie sich mit mir auf einen interessanten und schönen Abend.
Wenn je der Satz seine Berechtigung fand Wenn es harmonisch aussieht,
dann muß es auch schön klingen ...........
Freundliche Grüße!

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Bad
Iburg, 18. Februar 2000
Sehr
geehrte Damen und Herren!
Liebe Kammermusikfreunde!
"Nun ist die Welt
so trübe, der Weg gehüllt in Schnee." Mit diesen Worten aus dem ersten
Lied der "Winterreise" von Wilhelm Müller und Franz Schubert möchte
ich Sie zu diesem einzigartigen Purgatorium,zu diesem aus Wort und Klang
zu einem unwiderstehlichen Psychogramm verschmolzenen Kunstwerk einladen.
Der Liederabend
wird am Sonntag, dem 27.Februar um 18Uhr im Rittersaal des Iburger Schlosses
beginnen und -ohne Pause- nach etwa einer Stunde zu Ende sein.
Unsere Interpreten werden sein: Gerd Grochowski, Baß-Bariton und Olga
Khagi,Klavier.
Herr Grochowski hat, zusammen mit meinem Kollegen Andreas Fuhren, auf
dessen Empfehlung wir ihn auch eingeladen haben, zunächst an der Musikhochschule
Köln Schulmusik mit dem Hauptfach Klavier studiert, dabei wurde
seine außergewöhnliche stimmliche Begabung entdeckt. Nach einem weiteren
Studium in der Gesangs- und Opernklasse war Gerd Grochowski von 1986
bis 1989 an der Kölner Oper engagiert. Danach entschied er sich für
eine Laufbahn als Konzert- und Oratoriensänger. Er hat seitdem mit namhaften
Orchestern, wie dem Rundfunksinfonieorchester des WDR,dem Orchester
des hr,den Göttinger Sinfonikern, um nur einige zu nennen, konzertiert
. Sein Repertoire umfaßt die großen Barockoratorien bis hin zu modernen
Auftragskompositionen und das Lied von Franz Schubert bis Alban Berg,Francis
Poulenc und Frank Martin. In dieser Saison wird Gerd Grochowski mit
Schönbergs "Ein Überlebender aus Warschau" bei der Jenaer Philharmonie
zu Gast sein.
Die Pianistin Olga Khagi ist in Frunse (ehemalige UDSSR, heute Kirgisien)
geboren. Sie studierte von1972 bis 1976 in St Petersburg, das auch ihre
musikalische Heimat wurde. Am berühmten St Petersburger
Konservatorium studierte sie als Hauptfach Klavier und schloß ihr
Studium mit Auszeichnung ab. Von 1986 bis 1992 war Olga Khagi Solistin
im St Petersburger Kammerensemble "Klassika". Ein besonderer Schwerpunkt
ihrer heutigen Arbeit ist die Kammermusik und die Liedbegleitung. Die
Zusammenarbeit mit Gerd Grochowski begann 1997 und führte zu Liederabenden
in Deutschland und Holland.
Freundliche Grüße!

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Bad
Iburg, 15. März 2000
Sehr
geehrte Damen und Herren!
Liebe Kammermusikfreunde!
Sehr geehrte Damen
und Herren! Liebe Kammermusikfreunde! Am Samstag,dem 25.März wird ab
2o Uhr eine reine Damenkapelle im Rittersaal des Iburger Schlosses spielend
für uns den Frühling einläuten. Nein, das Cello wird nicht von Jan H.Rübel
traktiert, sondern von Dagmar Spengler, die vor wenigen Monaten ihr
zusätzliches Studium in den USA beendet hat und während der Zeit von
Herrn Rübel vertreten wurde. Dagmar Spengler war Solocellistin im Jugendsinfonieorchester
Nordrhein-Westfalen und spielte im RIAS
Jugendorchester unter Vladimir Ashkenazy und war zeitweise Solistin
im Folkwang-Kammerorchester
Essen. Die Münsteranerin Nora Piske begann ihr Geigenspiel mit fünf!
Jahren und wurde ein Jahr später Schülerin des Konzertmeisters Rolf
Clermont vom Münsteraner
Sinfonieorchester. Ihre Orchesterlaufbahn begann sie im Bundesjugendorchester,
der BR Orchesterakademie unter Lorin Maazel "und führte sie zum Detmolder
Kammerorchester unter Christoph Poppen und zuletzt an die Deutsche Oper
Berlin."
Die Pianistin Beate
Ramisch ist in Bayern geboren. Sie studierte zuletzt bei Prof.Anatol
Ugorski in Detmold ,dessen Assistentin sie bis zu ihrer Reifeprüfung
auch war. Gegenwärtig bekleidet sie einen Lehrauftrag an der
Musikhochschule Detmold.
Der Name Rebecca
Clarke Trio entstand als spontane Reaktion auf die Entdeckung des einzigen
Klaviertrios der gleichnamigen englischen Komponistin. Der außerordentliche
Einfallsreichtum des Werkes und die genuine Klangwelt der Komponistin
weckten den Wunsch, dieses kammermusikalische Juwel, das gewiß noch
niemand von Ihnen gehört haben dürfte, einer breiteren Öffentlich keit
vorzustellen.
Als weiteres Werk wird das urromantische g-Moll-Trio von Robert Schumann
zu hören sein.
Mit dem "Dumky"-Trio von Antonin Dvorak hat das Rebecca Clarke Trio
anläßlich der 19. "Internationalen Sommerakademie für Kammermusik Niedersachsen"
im Jahre 1995 im Kloster Frenzwegen derartig Furore gemacht, daß es
im Frühjahr 96 in die Meisterklasse für Kammermusik des Alban Berg Quartetts
an der Hochschule für
Musik in Köln aufgenommen wurde. Mit diesem Klaviertrio werden die
drei Rebeccas den Abend im Rittersaal beenden; ein Abend, auf den ich
mich besonders freue! Freundliche Grüße!

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Bad
Iburg, 08. April 2000
Sehr
geehrte Damen und Herren!
Liebe Kammermusikfreunde!
Ich weiß,
daß ich Gefahr laufe, mich lächerlich zu machen, wenn ich
diesen Satz noch einmal wiederhole; aber ich muß es tun: Es erwartet
Sie diesmal etwas ganz Besonderes: Die Weimarer
Hofsänger! Die sechs jungen Herren, zwei Countertenöre
(sprich: Mezzosoprane) ein Tenor, zwei Baritone und ein Baß werden
bei uns am Samstag, dem 29.April ab 20Uhr im Rittersaal im ersten
Teil des Programms Madrigale und Chorsätze des 16. und 17.Jahrhunderts
von William Byrd, John Dowland, Leonhard Lechner, Ludwig Senfl, u. a.
singen. Im zweiten Teil des Programms führt die Chorreise über
französische Madrigalisten des 16. Jahrhunderts zu Volksliedbearbeitungen
zeitgenössischer Komponisten wie Reiko Füting ("Es geht
eine dunkle Wolk herein", "Zauberröslein") und Yves
M.Kiffner ("Weiß mir ein Blümlein blaue", "Dat
du min Leevsten büst"), über Beiträge der Comedian
Harmonists zu jazzigen Sätzen von Ella Fitzgerald/Louis Armstrong
und von Cat Stevens bis zu Stücken der Beatles , Mc Ferrin und
Abba.
Wenn man den jubelnden Zeitungskritiken etwas Glauben schenken darf,
dann erwartet uns wirklich ein Höchstgenuß. Ich zitiere nur
einige Überschriften: "Schloßkonzert begeisterte Bad
Berleburger Publikum"; "Stimmperlen aus Weimar - gut poliert";
"Weimarer Hofsänger kamen, sangen und siegten" (Die Glocke);
"Meistergesang in Perfektion" und die schönste aller
Schlagzeilen aus Steinheim - wo immer das sein mag - "Manche Männer
können alles" !!
Wenn Sie aber etwas Solideres brauchen, um meiner Einladung zu folgen,
dann vielleicht folgender Hinweis: Das Vokalensemble widmet sich seit
1987 erfolgreich der Kunst des acappella-Singens. Seitdem sind die sechs
Interpreten gerngehörte Gäste auf Konzertpodien, Festivals
als auch in den Medien des In- und Auslandes, so auf Konzertreisen durch
Österreich,Griechenland, Frankreich und Italien. Dort wurde das
Ensemble "beim V. Concorso Internationale di Canto Corale-Verona-Aprile
1993" mit dem 1.Preis ausgezeichnet " Seit 1998 sind die Weimarer
Hofsänger Stipendiaten des Deutschen
Musikrats.
Brauchn's ajetzt noch mehr? Na? Dann kumman's grod!
Grüatzi all
mitannand!

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Bad
Iburg, 08. Mai 2000
Sehr
geehrte Damen und Herren!
Liebe Kammermusikfreunde!
Hier eine urlaubsbedingt
verspätete Einladung zu unserem bisher teuersten Kammerkonzert seit
25 Jahren; ich bin überzeugt,daß es auch das musikalisch beste sein
wird. Wir haben es gewagt, das international renommierte MENUHIN FESTIVAL
PIANO QUARTET zu uns in den Rittersaal einzuladen.
Am Sonntag, d.
14.Mai wird man ab 20 Uhr folgende Werke zu hören bekommen: Das Klavierquartett
Es-Dur von Mozart; das Kl.-Quartett c-Moll von Richard Strauß -quasi
aus Anlaß des 50.Todestages von Strauß im Jahre 1999 nachgeholt- und
das Kl.Quartett c-Moll op 15 von Gabriel Faure.. Fassen Sie die Präsentation
dieser drei bedeutenden Werke als ein vorgezogenes Jubiläumskonzert
zum 25jährigen Bestehen der "Iburger Schloßkonzerte" (genauer Termin
29.11. 1975) auf.
Obwohl international
bestzt, ist das MENUHIN FESTIVAL PIANO QUARTET "eines der führenden
festen Klavierquartette unserer Zeit", das trotz räumlicher Distanz
regelmäßig zusammen probt. Der deutsche Pianist Friedemann
Rieger wurde u.a. mit dem "Premio Vittorio Gui" in Florenz und dem
"Concour Clara Haskil" in Vevey ausgezeichnet. Er ist Professor für
Klavier an der Musikhochschule Stuttgart.Die amerikanische Geigerin
Nora Chastain ist in Kalifornien geboren.Sie vervollkommnete ihre
künstlerische Ausbildung bei Yehudi Menuhih und Sandor Vegh u.a.. Seit
ihrem Solo-Debüt mit Barbers Violinkonzert, das sie in Berlin gab, ist
sie auf allen großen Konzertpodien der Welt zu Hause. Frau Chastain
ist Professorin an den Musikhochschulen Lübeck und Winterthur. Der Bratscher
Paul
Coletti wurde in Schottland geboren; er lebt z.Zt. in New York ,
Unter Leitung von Sir
Yehudi Menuhin hat er das Bratschenkonzert von Bartok für eine europäische
Fernsehproduktion aufgenommen. Troels
Svane ist Däne und Assistent von David Geringas in Lübeck, daneben
bekleidet er eine Gastprofessur in Groningen,Holland. Bis 1990 war er
Solocellist im Philharmonischen Orchester Kopenhagen. Er spielt ein
- David Techler - Cello von 1720. Ich freue mich mit Ihnen auf das besondere
Konzert.
Freundliche Grüße

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Bad
Iburg, 08. Mai 2000
Sehr
geehrte Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!
Das letzte Konzert
der Saison 99/2000 wird am Sonntag, dem 4.Juni ab 20Uhr der Pianist
Markus Becker bestreiten . Persönliche Beziehungen verbinden mich
mit der Familie Becker, denn mit Vater Peter Becker habe ich als Heimschüler
mehrere Jahre im gleichen Zimmer gewohnt, und wir haben die erste gemeinsame
Sonate während eines Schülervorspiels im Rittersaal vorgetragen.
Vater Peter Becker war mein Vorgänger im Amt des Schulmusikers
an der damaligen Heimschule, dem jetzigen Gymnasium Bad Iburg. Markus
Becker ist 1963 in Osnabrück geboren und hat die ersten sieben
Jahre in Iburg und, wenn der Vater Tagesaufsicht hatte, auch in den
Räumen des Schlosses verbracht.
Markus Becker hat
bei Karl-Heinz Kämmerling in Hannover studiert und gilt inzwischen
als einer der profiliertesten Pianisten seiner Generation. 1987 gewann
er den 1.Preis beim internationalen Brahms-Wettbewerb in Hamburg. Seit
1994 ist M.Becker Professor an der Musikhochschule Hannover. Als gefragter
Kammermusiker und Liedbegleiter arbeitet er u.a. mit Thomas Quasthoff,
Alban Gerhardt und als Pianist des Lenné-Quartetts. 1995 debüttierte
er mit den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado. Als erster
Pianist überhaupt spielt er das gesamte Klavierwerk von Max Reger
ein.
Bei uns wird Markus
Becker, wie angekündigt, die "Goldberg-Variationen" von
J.S.Bach spielen, aber im zweiten Teil, in Abänderung des Programms,
aus den "Improvisationen" op.18 und aus den "Intermezzi"
op.45. Beim Hören der CD mit den "Variationen über ein
Thema von Telemann" und den "Six morceaux pour le Piano"
op.24 war nicht nur ich entzückt, sondern diese CD hat den "Preis
der Deutschen Schallplattenkritik" erhalten. Ich bin sicher, daß
auch Sie begeistert sein werden.
Freundliche Grüße!

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Bad
Iburg, 7. September 2000
Sehr
geehrte Damen und Herren!
Liebe Kammermusikfreunde!
Wieder einmal kann
ich Sie freudig erregt zum Eröffnungskonzert der neuen Saison,
der Saison 2000/2001,einladen. Es wird am 24.September um 18 Uhr in
der Clemenskirche im Schloßbereich stattfinden . Da das erste
Schloßkonzert im November 1975 stattgefunden hat, handelt es sich
hierbei um die Jubiläumssaison. Der damit verbundenen Herausforderung
sind wir begegnet, indem wir -dank mehrerer Spenden eines einzelnen
Herrn- ein paar hochkarätige Ensembles und ein paar hochkarätige
Instrumentalsolisten für eine Freiluftserenade (neudeutsch: Open-Air-Konzert)
eingeladen haben. Da man ein Jubelkonzert nicht auf den Tag genau terminieren
kann, wird dies erst am 6.Mai 2001 durch das WIENER STREICHSEXTETT realisiert
werden. Damit habe ich Ihnen eines der besonderen Ensembles benannt;
die anderen bitte ich Sie selbst herauszufinden.
Im Gegensatz zur ungenauen Angabe "Ende Mai" der diesem Brief
beiliegenden Konzertübersicht, kann ich Ihnen schon mitteilen,
daß das Freiluftkonzert im Ulmenhof des Iburger Schlosses am Sonntag,
dem 20.Mai 2001 um 19! Uhr stattfinden wird.
Wir haben neben den vielen renommierten Ensembles einige junge, durchweg
vom Deutschen Musikrat vorgeschlagene Künstler eingeladen, von
denen wir nach 25Jahren sagen können, daß sie uns noch nie
enttäuscht haben,sondern die uns im Gegenteil durch die Frische
ihrer Musizierlust begeisterten.
So wird denn auch das oben genannte Eröffnungskonzert von zwei
jungen Künstlern gestaltet werden: Von dem Posaunisten Mario Schneider,der
Soloposaunist im Orchester des Schleswig-Holstein-Festivals war und
zur Zeit Soloposaunist im "Deutschen Symphonieorchester Berlin"
ist. Der Organist Torsten Wille ist ebenfalls Träger internationaler
Preise; er gewann u.a. den 1.Preis beim Orgelfestival "Fugato"
in Bad Homburg 1997.
Zum Programm dieses Konzerts und der folgenden Konzerte erlauben Sie
mir diese kleinen Hinweise: Nachdem der Verein für die vergangene
Saison fast 2500 DM an Gema-Gebühren hat zahlen müssen ,sind
wir gezwungen neuere Komponisten zu ersetzen. Auch wird der Choral h-Moll
von César Franck ,auf den ich mich besonders gefreut habe, vermutlich
durch die Passacaglia c-Moll von J.S.Bach ersetzt werden müssen,
weil, wie mir Herr Wille mitteilte, die Orgel der Klosterkirche kein
Schwellwerk habe. Freundliche Grüße!
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Bad
Iburg, 4. Oktober 2000
Sehr
geehrte Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!
Als Streichinstrumentenenthusiast
und begeisterter Streichquartettliebhaber lade ich Sie zu einem Bläserquintett
ein! Ist das nicht seltsam? Ist da etwas faul? Nein! Die Fünf vom
Bläserensemble Burg Metternich haben mich mit ihrer CD derartig
überzeugt, nein: umgehauen,daß ich sie spontan bat, zu uns
zu kommen. Am Sonntag, dem 15.Oktober werden die fünf quirligen,
jungen Musiker ab 18 Uhr im Rittersaal für uns aufspielen.
Das Ensemble, das
sich aus drei deutschen Musikern, einer Australierin und einem ungarischen
Fagottisten zsammensetzt , wird für uns zunächst ein Quintett
von Franz Danzi spielen. Danzi , obwohl die dritte Generation der Mannheimer
Schule repräsentierend, gilt als Wegbereiter der Romantik. Er war
eng mit Carl Maria von Weber befreundet. Das MGG lobt seine "klanglich
besonders reizvolle " Behandlung der Blasinstrumente. In der "Carmen-Suite"
nach Georges Bizet sollen Sie ein Stück Spanien mit Stierkampf,
der Macht der Liebe und der Verführung erleben.
Beide französischen
Komponisten Eugène Bozza und Jaques Ibert verbindet, daß
sie den "Premier Grand Prix" am Pariser Conservatoire errangen
und mehrere Jahre in der Villa Medici zu Rom sorgenfrei komponieren
durften. Obwohl von Ibert die Definition des Genies so ausfällt:
"1% d'inspiration, 99% de transpiration" schreibt Gérard
Michel über ihn:"Ibert ist ein....feinsinniger Mensch, ein
geschickter, rassiger Musiker und ein sehr offener Geist; er hatsich
immer bemüht, sich von jeder Regel oder jedem ästh. Konzept
frei zu halten. Für ihn ist die Melodie ein allgemeiner Umriß
für eine musikalische Rede, ein Rahmen, der.....aber niemals für
ausreichend gehalten werden darf......Der Rhythmus ist ihm nicht Selbstzweck,
sondern ein inneres und künstlerisches Pulsieren, das die Leitidee
zu unterstützen bestimmt ist."
Zu den abschließenden
Glanzlichtern (neudeutsch: "Highlights") kann ich Ihnen platterdings
nur sagen, daß mich beim Erklingen von "Summertime"
im Verlauf von Gershwins "Porgy and Bess" das übermäßig
mächtige Bedürfnis überkömmt -überwältigt
vom Überschwang der Gefühle- mich flundermäßig
flach auf den Fußboden zu legen. Kennen Sie so etwas?
Freundlichst Ihr

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Bad
Iburg, 08. November 2000
Sehr
geehrte Damen und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!
Sehr geehrte Damen
und Herren! Liebe Kammermusikfreunde!
Viele unserer Besucher
haben zum Ausdruck gebracht, daß sie den Beginn der Kammerkonzerte
im Rittersaal um 18 Uhr sehr berüßen. Unsere Vorstellung
aber war und ist es, dies jeweils nur für die dunkle Jahreszeit
beizubehalten. Nun haben wir in der vergangenen Saison zwei Mal ein
mittleres bis schweres Verkehrschaos verursacht, indem wir nicht bedacht
haben, daß an Samstagen gegen 18 Uhr die Vorabendmesse in der
katholischen Klosterkirche dem Rittersaal gegenüber zu Ende geht.
Deshalb haben wir das nächste Kammerkonzert am Samstag, dem 18
November wieder auf 20 Uhr plaziert. Inzwischen hat die katholische
Kirche die Vorabendmesse in die Fleckenskirche -in der Ortsmitte - verlegt,
so daß wir in der nächsten Saison während der dunklen
Jahreszeit auch an Sonnabenden die Kammermusiken um 18 Uhr werden anbieten
können. In der gegenwärtigen Saison aber wird es nur noch
ein Konzert um 18Uhr geben; und zwar das mit dem "Karol Szymanowski
Quartett" am 28.Januar. Alle verbleibenden Konzerte werden um 20
Uhr beginnen.
Und nun möchte
ich Ihnen berichten, was meine Frau und ich uns als Pensionäre
für einen Luxus leisten: Wir spielen in unterschiedlichen Abständen
Kammermusik in wechselnden Besetzungen, alles mit guten, alten Freunden.
Wir leisten uns also den Luxus gerade die Werke aufzulegen, die von
den Profis in den Kammerkonzerten des Rittersaals gespielt werden. So
hoffen wir in den nächsten Tagen das Klavierquartett h-Moll des
Sechzehnjährigen ! Felix Mendelssohn- Bartholdy anzugehen, das
das Fauré Quartett am Samstag, d.18. spielen wird. Nachdem wir
beim Musizieren des Quartetts op.1 des Dreizehnjährigen und op.
2 des Vierzehnjährigen unser Erstaunen über Melodiefülle
und meisterhafte harmonische, wie rhythmische Verarbeitung kaum zurückhalten
konnten, sind wir vier wirklich gespannt, das op. 3 des Sechzehnjährigen
zu hören.
Der 12jährige
Felix besucht 1821 zum ersten Mal Goethe in Weimar. Er schreibt darüber
seinen Eltern in Berlin: "Ich spiele hier viel mehr als zu Hause,
unter vier Stunden selten, zuweilen sechs, ja wohl gar acht....Alle
Nachmittage macht Goethe das ....Instrument mit den Worten auf: "Ich
habe Dich heute noch gar nicht gehört, mache mir ein wenig Lärm
vor." Außer dem rasanten Jugendwerk von Mendelssohn-Bartholdy
wird noch der Klavierquartettsatz von Gustav Mahler, sowie das Quartett
Es-Dur von Antonin Dvorak zu hören sein. Freundliche Grüße!

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