Bad Iburg, 05. Februar 2000

Sehr geehrte  Damen und Herren!
Liebe Kammermusikfreunde!

Als wir, die Laienmusiker des "Consortium instrumentale", vor gut einem Jahr einen Kursus in barocker Aufführungspraxis unter Pauline Nobes absolvierten, bat sie uns in noch nicht ganz so präzisem Deutsch, wir möchten "tiefer" streichen. Da es sich aber um leere Saiten handelte, sahen wir uns verdutzt und etwas ratlos an, bis sich klärte, daß Pauline Nobes meinte, wir sollten die Saiten aus der Tiefe des Materials zu nachhaltigerem Schwingen bringen. Wie klanglich positiv sich das auswirken kann, hat Pauline Nobes uns in einem Konzert in der Johanniskirche in Osnabrück eindrucksvoll demonstriert ; und sie wird es auch am Samstag, dem 12.Februar ab 18 Uhr im Rittersaal tun. Sie werden erleben, daß Barockmusik auf einem tiefer gestimmten Originalinstrument und zudem noch auf unterschiedlich umgestimmten Saiten gespielt (Skordatura), in ungeahntem Maße an Frische und Lebendigkeit gewinnt . Nach diesem erwähnten Kurs und einem weiteren bei Prof. Gerhard Darmstadt, ist es für mich unerträglich geworden zuzuhören, wenn ein Streicher eine barocke Sonate genau so spielt, vor allem mit gleichem Dauervibrato, wie bei Brahms oder Beethoven.
Auf unserem Programm stehen zwei Sonaten für Violine und Cembalo von J.S. Bach, die Frau Nobes zusammen mit ihrem Schwiegervater, dem KMD Christoph Niesemann spielen wird.
Im Mittelpunkt des Abends wird die Solosonate g-Moll von J.S. Bach stehen, um die sich die Partita A-Dur des fast unbekannten Johann Joseph Vilsmayr und "Prélude und Fantasia" in F des noch unbekannteren Pedro Lopez Nogueira gruppieren werden . Pauline Nobes arbeitet mit führenden Londoner Ensembles für Alte Musik zusammen, wie The English Baroque Soloists, The Academy of Ancient Music und The English Concert zusammen. Sie ist Konzertmeisterin bei The Scholars Baroque Ensemble und The London Symphonia Amadei.
Ihre Doktorarbeit schrieb sie über "Das unbegleitete Soloviolinrepertoire vor 1750".
Übrigens schloß sie ihr Musikstudium mit dem Diplom im Fach Trompete ab, und noch im Sommer 1996 übernahm sie bei einer Konzertreise und Aufnahme die Rolle der Solotrompete in Beethovens "Leonore" mit dem Orchestre Revolutionaire et Romantique.
Freuen Sie sich mit mir auf einen interessanten und schönen Abend. Wenn je der Satz seine Berechtigung fand Wenn es harmonisch aussieht, dann muß es auch schön klingen ...........


Freundliche Grüße!

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