Oboe und Harfe
in Bad Iburg
Von Thomas Hitzemann
BAD IBURG. Eigentlich sind sie typische Orchesterinstrumente,
Oboe und Harfe. Doch neuerdings trifft man sie häufiger auf Kammermusik-
oder Solokonzerten. Der 309. Abend im Rittersaal des Iburger Schlosses
präsentiert Marie Lesch, Oboe, und Lena-Marie Buchberger,
Harfe. Da man Originalliteratur für diese Besetzung suchen
muss, spielen die sehr jungen Musikerinnen nur anfangs und am Ende
des Konzertes im Duo, zu Beginn tatsächlich ein Originalwerk,
die Sonatine für Oboe und Harfe op. 65 in drei Sätzen
von Günter Raffael. Souveräner Gebrauch einer schwungvollen
Diktion bei nur angedeu-teter Tonalität kennzeichnet dieses
Opus, welches das Duo Lesch/Buchberger überlegen aufführt.
Den Schlusspunkt setzen die bei den mit Bachs Sonate Es-Dur, BWV
1031, allen Freunden der Querflöte ein Begriff. Erfreulich
zu hören, wie gut dieses Werk auch auf der Oboe klingt. Nur
im Siciliano wirkt Marie Lesch deutlich angespannt.
Alle weiteren Stücke sind Solokompositionen. Die Oboistin
tummelt sich dabei in Originalmusik, die Harfenistin bevorzugt
Transkriptionen. Bei Antol Doratis Cinq pieces pour le hautbois
kann Marie Lesch fast alle Arten von Tonbildung zeigen. Nervös,
neckisch oder bockig erklingt ebenso oft wie elegisch oder weitschweifig.
Haltetöne geben ihr Gelegenheit zu edlen Klängen. Rein
im Ton und beweglich artikuliert klingen bei ihr Benjamin Brittens
Metamorphosen nach Ovid. Entmaterialisiert wirkt französische
Cembalomusik von Francois Couperin und Louis Claude Daquin auf
den- Harfensaiten mit Lena-Marie Buchberger. Viele Zuhörer
im Publikum erkennen die Stücke jedoch gleich an ihren Beinamen "Die
Schwalbe" und "Der Kuckuck". Eine vollgültige
Widergabe zweier Klaviersonaten von Domenico Scarlatti wird zum
Glanzpunkt des Programms. Zwar ein wenig harfenistisch "verzaubert",
wirken sie dennoch authentisch, ein echter Hörgenuss!
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